Warum sind Licht und Luftzirkulation so wichtig?
Tageslicht und eine natürliche Luftzirkulation sind essenzielle Faktoren für eine hohe Wohnqualität und ein gesundes Stadtklima. Sie beeinflussen:
- Das Wohlbefinden und die Gesundheit der Anwohner
- Die Energieeffizienz von Gebäuden (weniger künstliche Beleuchtung, bessere Kühlung)
- Die klimatische Situation in der Nachbarschaft (Vermeidung von Hitzestaus)
- Die ästhetische und funktionale Qualität des Stadtbilds
Durch das geplante Bauprojekt am St. Galler-Ring 29 könnten erhebliche Beeinträchtigungen in diesen Bereichen entstehen.
1. Einschränkung des Tageslichts
Das Bauvorhaben würde eine geschlossene Häuserzeile zwischen St. Galler-Ring 29 und Bündnerstrasse 46 schaffen. Dadurch würden viele umliegende Wohnungen erheblich weniger Tageslicht erhalten.
Welche Gebäude sind besonders betroffen?


- Direkt angrenzende Gebäude: Wohnungen am St. Galler-Ring 27 und 25 sowie in der Bündnerstrasse 46 erhalten weniger direkte Sonneneinstrahlung.
- Hinterliegende Innenhöfe: Der Innenhofbereich, der aktuell noch Licht erhält, wird durch den Anbau weiter abgeschattet.
- Tiefliegende Wohnungen: Besonders betroffen sind Wohnungen in den unteren Etagen, die ohnehin weniger Licht bekommen.
Warum ist das problematisch?
- Gesundheitliche Auswirkungen: Tageslichtmangel kann sich negativ auf das Wohlbefinden auswirken, z. B. durch Schlafprobleme oder eine höhere Anfälligkeit für Depressionen.
- Erhöhter Energieverbrauch: Weniger Tageslicht bedeutet mehr künstliche Beleuchtung, was zu höheren Stromkosten führt.
- Beeinträchtigung von Pflanzen und Gärten: Falls private oder gemeinschaftliche Gärten im Hinterhof betroffen sind, könnten Pflanzen schlechter wachsen oder eingehen.
Fakt: Bereits heute erhalten viele Wohnungen in der Umgebung wenig Sonnenlicht. Durch den Neubau würde sich die Situation weiter verschlechtern.
2. Blockierung der natürlichen Luftzirkulation
Die geplante Bebauung könnte die natürliche Luftbewegung in der Umgebung erheblich beeinträchtigen. Dies kann dazu führen, dass sich die Temperaturen in der Nachbarschaft merklich erhöhen.

Wie funktioniert die natürliche Belüftung in einem Stadtgebiet?
- Offene Flächen ermöglichen den Austausch von warmer und kühler Luft.
- In Sommermonaten sorgt die Durchlüftung für eine natürliche Abkühlung.
- Gebäude, die strategisch gesetzt sind, können Winde kanalisieren oder umleiten.
Durch den geplanten Neubau wird eine bestehende Luftschneise geschlossen. Der Wind, der bisher durch die Lücke ziehen konnte, wird blockiert.
Welche Folgen könnte das haben?
- Höhere Temperaturen: Die fehlende Durchlüftung kann im Sommer zu einem Hitzestau führen.
- Reduzierte Luftqualität: Luftverschmutzungen und Abgase verbleiben länger in der Umgebung, da weniger Luftbewegung stattfindet.
- Schlechteres Stadtklima: In der Stadt gibt es ohnehin viele Flächen, die Wärme speichern (z. B. Beton oder Asphalt). Wenn die Luft nicht zirkulieren kann, bleibt die Hitze länger bestehen.
Fakt: Das Basler Stadtklimakonzept empfiehlt ausdrücklich, offene Durchlüftungsachsen zu erhalten, um Überhitzung in den Sommermonaten zu vermeiden.
3. Verstärkung des Wärmeinseleffekts
In Städten entstehen sogenannte Wärmeinseln, da Gebäude, Strassen und Betonflächen Wärme speichern und langsam abgeben. In der Umgebung des St. Galler-Rings 29 gibt es bereits heute spürbare Temperaturunterschiede, besonders im Sommer.
Warum ist der Wärmeinseleffekt ein Problem?
- Gesundheitliche Belastung: Höhere Temperaturen können besonders für ältere Menschen und Kinder gefährlich werden.
- Höhere Energiekosten: Die Kühlung von Innenräumen wird aufwendiger, was zu steigendem Energieverbrauch und höheren Nebenkosten führt.
- Unangenehme Wohnqualität: Die Sommerhitze bleibt nachts länger erhalten, was den Schlaf beeinträchtigt.
Fakt: Der Wärmeinseleffekt in Basel ist bereits in mehreren Studien nachgewiesen worden. Das Stadtklimakonzept betont daher die Notwendigkeit, Luftzirkulation zu erhalten und Flächen zu entsiegeln.
4. Gefahren durch veränderte Windströmungen
Nicht nur die fehlende Durchlüftung, sondern auch veränderte Windströme könnten ein Problem darstellen. Besonders problematisch sind:
- Windverwirbelungen: Durch das Schliessen der Baulücke könnte es zu starken, unberechenbaren Windböen kommen.
- Pfeifgeräusche und Lärm: Bestimmte Bauformen können Windströmungen so beeinflussen, dass Pfeifgeräusche oder dröhnende Luftverwirbelungen entstehen.
- Beeinträchtigungen für angrenzende Gebäude: Wenn Luftströmungen umgeleitet werden, kann dies zu unerwarteten Belastungen für andere Fassaden führen.
Fakt: In dicht bebauten Gebieten können Neubauten ungewollte akustische Effekte hervorrufen, die vorher nicht berücksichtigt wurden.
Fazit: Was kann man dagegen tun?
- Erhalt der Luftzirkulation berücksichtigen: Eine gründliche Klimaanalyse sollte Teil der Bauplanung sein.
- Beschattung durch den Neubau analysieren: Eine Licht- und Schattenstudie kann zeigen, wie stark benachbarte Gebäude beeinträchtigt werden.
- Wind- und Lärmgutachten fordern: Es sollte geprüft werden, ob der Neubau unerwünschte akustische Effekte erzeugt.
Einsprachepunkt:
In der geplanten Form gefährdet das Bauprojekt die Luftqualität, die sommerliche Temperaturentwicklung und die Versorgung der Umgebung mit Tageslicht. Diese Punkte sollten in einer Einsprache explizit angesprochen werden.